Chronik der Puppenbühne Herrnleben

1945 erweckte der Bamberger Volksschauspieler und Humorist Hans Herrnleben mit seiner Frau Ottilie den Bamberger Kasperl zum Leben und gründete die Puppenbühne Herrnleben.


hans-passAls 21-Jähriger entdeckte Hans Herrnleben (1904 – 1983) seine Liebe zur Schauspielerei, die ihn zeitlebens begleitet sollte. Neben zahlreichen Auftritten, unter anderem beim „Allgemeinen Bürgerverein Bamberg“, bleibt er vor allem durch sein Lebenswerk als „Vater des Bamberger Puppentheaters“ in Erinnerung. Von 1952 bis 1979 übte er auch das Amt eines Dozenten für Handpuppenspiel an der Städt. Volkshochschule aus.

 

omaOttilie Herrnleben (1906 – 1999), Mitgründerin und geschätzte Puppenmutter schneiderte 45 Jahre lang unzählige Kleider für die Figuren der Bamberger Puppenbühne. Bis zum Alter von 75 Jahren war die sechsfache Urgroßmutter fast vier Jahrzehnte die Darstellerin der liebenswerten und diplomatischen Großmutter des Bamberger Kasperls. 1987 wurde sie für ihre langjährige Tätigkeit als Puppenmutter und Puppenspielerin vom Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.


wh_mitkasperl3Wolfgang Herrnleben, Enkel von Ottilie und Hans Herrnleben war mit seiner Frau Elisabeth seit Anfang der 70ger Jahre als Darsteller bei der Bamberger Puppenbühne dabei. 1991 übernahm Elisabeth Herrnleben die Leitung der Puppenbühne. Zusammen schrieben insgesamt über 800 Gute-Nacht-Geschichten, Abenteuer und Märchen mit dem Bamberger Kasperl und sammelten Ideen für die über 700 Hörspiele mit dem Bamberger Kasperl. Im Februar 2013 erhielt hb_eh_gretelWolfgang Herrnleben, stellvertretend auch für seine vor wenigen Monaten verstorbene Frau Elisabeth, von Bundespräsident Joachim Gauck die Bundesverdienstmedialle.


 

1998 stand schon die vierte Generation mit Sohn von Wolfgang und Elisabeth Florian Herrnleben in den Startlöchern und übernahm nach 10 Jahren vereinzelten Auftritten die Leitung der Bamberger Puppenbühne.

„Über eines bin ich recht glücklich. Ich muss mir über unseren Kasperl nur sehr selten Theorie-Gedanken machen, denn durch die Tatsache, dass ich selbst mit ihm großgeworden bin – natürlich aus einer anderen Perspektive als das Publikum – sind viele Dinge derart selbstverständlich, dass hier sicherlich der eine oder andere behaupten könnte, ich wüsste deshalb nicht, was ich tue. Und ich muss zugeben: Manchmal bringt mich die Wirkung des Bamberger Kasperls auf Kinder, aber auch auf Erwachsene selbst zum Staunen.“

(Florian Herrnleben)

Die nächste Generation schaut schon mit glänzenden Augen zu…